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BKW zahlt immer noch wenig

Die BKW erhöht die Vergütung für überschüssigen Solarstrom im Kanton Bern, was bei den Berner Bauern auf Kritik stösst. 

| Léonie Hagen | Wirtschaft
Symbolbild: pixabay
Symbolbild: pixabay

Wer im Kanton Bern vom eigenen Dach Solarstrom ins Netz speist, erhält künftig von der BKW mehr Geld. Sie erhöht die Preise für überschüssigen Solarstrom von Privaten für das kommende Jahr auf 7,1 Rappen pro Kilowattstunde. Damit steigt die Vergütung für den sogenannten Herkunftsnachweis um 2,5 Rappen. 

Die Stromvergütung pro eingespeiste Kilowattstunde ohne diesen Herkunftsnachweis bleibt allerdings bei 3,6 Rappen. Im Vergleich zu anderen Anbietern liegt der Preis trotz der Erhöhung tief: Energie Wasser Bern (EWB) zahlt aktuell mindestens 13,6 Rappen, die IB Langenthal gar 15,2 Rappen pro Kilowattstunde (ohne Herkunftsnachweise). Gegenüber «Bund» und «Berner Zeitung» erklärt die BKW, dass sie sich grundsätzlich an das Gesetz halte. Zudem müsse die BKW die Energie jederzeit abkaufen – oft gerade dann, wenn sonst bereits viel Strom auf dem Markt sei. Zumal die BKW den Grossteil ihres Stroms selbst produziere und damit wenig auf zusätzlichen Strom angewiesen sei. Grundsätzlich bewege man sich in die richtige Richtung. 

Berner Bauernverband: «Sparen am falschen Ort»

Die Berner Bauern können der Preisentwicklung der BKW wenig abgewinnen. Deren Verband sieht in den Preisanpassungen vor allem eine Kürzung am falschen Ort. Dass der Konzern Solarstrom ab dem zweiten Quartal 2024 nur mit 3,6 Rappen pro kWh vergüte, markiere den niedrigsten Stand seit 2020 und möglicherweise gar ein «Allzeittief». Das, obwohl sich die BKW finanziell in einer stabilen Lage befinde, wie der Verband schreibt.Die Entscheidung treffe die Solarstromproduzenten hart und werde als «Schlag ins Gesicht» empfunden. Umso mehr, da sich der Bauernverband bei seinen Mitgliedern in den letzten zehn Jahren intensiv für Investitionen in Solaranlagen eingesetzt habe. Damit sich diese lohnten, brauche es eine faire Vergütung: «Mit den derzeit von der BKW bezahlten Preisen ist ein wirtschaftlicher Betrieb schlichtweg unmöglich.» Wie die Lage bei der Konkurrenz im kommenden Jahr aussieht, ist noch offen: EWB kommuniziert seine Strompreise voraussichtlich am 30. August.


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