Anzeige


Cantina del Nebbiolo, Piemont, Italien
Weinhandlung Ritschard AG, Interlaken
Preis: Fr. 19.90
Der weisse Charme des Roero
Italien gilt als Weinland mit der grössten Vielfalt an Rebsorten: Über 1300 sind dokumentiert, über 500 gelten als autochthon, darunter sind einige weltberühmte Sorten, aber auch extrem lokale. Die grosse Mehrheit sind Rotweinsorten – ja, eigentlich gilt Italien als Rotweinland. Wer weisse Weine mag, findet aber eine grossartige Vielfalt vom Süden bis in den Norden des Landes. Ich denke an Fiano, Vermentino, Vernaccia, Trebbiano, Verdicchio oder eben Cortese und Arneis aus dem Piemont – dabei habe ich den Pinot Grigio nicht vergessen, der am stärksten vermarktet wird.
Zwischen den Hügeln der Langhe und dem etwas raueren Piemont jenseits des Tanaro liegt das Roero – eine Weinlandschaft, die lange im Schatten der grossen Nebbiolo-Namen stand. Dabei findet sich hier eine der charmantesten Weissweinsorten Italiens: Arneis. Der Roero Arneis Arenarium DOCG 2024 der Cantina del Nebbiolo zeigt eindrücklich, wie viel Persönlichkeit diese Rebe besitzen kann.
Die Genossenschaft Cantina del Nebbiolo sitzt in Vezza d’Alba, mitten im Herzen des Roero. Seit Ende der 1950er-Jahre bündeln hier zahlreiche Winzer ihre Trauben und ihr Können. Genossenschaften haben im Piemont eine lange Tradition – und oft sind sie in der Lage, das Terroir präzise abzubilden. Genau das gelingt mit der Linie «Arenarium», deren Name auf das entscheidende Element verweist: den sandigen Boden.
Im Roero dominieren lockere Sand- und Sandsteinformationen. Die spektakulären Erosionsformationen der Rocche del Roero zeugen davon. Für Arneis sind diese Böden ein Glücksfall: Sie fördern aromatische Feinheit, Leichtigkeit und eine elegante, mitunter fast salzige Frische.
Der Arenarium 2024 präsentiert sich im Glas in hellem Strohgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase zeigt sich sofort die typische Arneis-Aromatik: weisse Blüten, reifer Pfirsich, etwas Birne, auch Grapefruit und ein Hauch frischer Kräuter. Dahinter schimmert eine feine mineralische Note, die an nassen Sandstein erinnert.
Am Gaumen wirkt der Wein geschmeidig und saftig, mit mittelstarkem Alkohol und einer angenehm weichen Säurestruktur. Exotische Frucht, ein Anklang von Mandel und ein leicht herber, nussiger Ton im Finale verleihen ihm Struktur und Trinkfluss zugleich.
Ein Wein, der nicht laut auftritt, sondern mit piemontesischer Gelassenheit überzeugt – ideal zu Antipasti, grünem Spargel, Fischgerichten (bei 12 bis 14 Grad) oder einfach als sommerlicher Aperitivo (dann kühler servieren).
Eine wahre Freude, die mir der Interlakner Weinfachmann Philippe Ritschard präsentiert hat!
Hans Gurtner
Dipl. Weinsommelier GastroSuisse
Weinberatungen und Lerndegustationen für Firmen und Gastronomie. Für Private bringt er Ordnung in den Weinkeller oder räumt diesen.
Kontakt:

Philippe Ritschard und Team
Aarmühlestrasse 17, Interlaken
033 822 45 45







