
Adrian & Diego Mathier, Salgesch VS, AOC Wallis
Weinhandlung Ritschard AG, Interlaken
Preis: 17.50 Franken
Sommerfreude
Es gibt sicher die von einem bestimmten Zeitgeist geprägten «korrekten» Leute, die sich am Namen dieses Weines wegen möglicher Klischees stören und einen Bogen um ihn machen – umso besser für die gewöhnlichen Leute wie dich und mich, die dann mehr davon haben. Die angesehenen Walliser Weinbauern Adrian & Diego Mathier haben den Namen vor Jahrzehnten in guter Absicht gewählt und sind aufrecht genug, daran festzuhalten. Die stolze und zugleich elegante Dame auf dem Etikett erweist dem Namen alle Ehre. Sicher macht die vollmundige Trinkigkeit dieses Weins vielen Frauen Freude, aber nicht nur – ich bin überzeugt, dass auch jugendliche oder angehende Weinliebhaber und bestandene Weinkenner daran ihre Freude haben (wenn sie sich nicht von Rosé-Vorurteilen leiten lassen).
Denn entgegen dem Versprechen Dôle blanche, was auf einen Blanc de Noirs hinweisen könnte, ist die «Frauenfreude» von der Maische leicht eingefärbt und gibt ihr ein zartes Rosa mit einem violetten Stich. Dann spricht einen das intensive Bouquet an: ein charmanter Blütenduft durchsetzt mit Aromen vollreifer roter Beeren. Am Gaumen zeigt sich der Wein rund, fruchtbetont und eben vollmundig. Die Aromatik, die sich jetzt mit leichter Süsse zeigt, bleibt angenehm lange im Mund. Schon freut man sich auf den nächsten Schluck.
Wie beim roten Dôle werden die beiden Traubensorten Pinot Noir und Gamay verarbeitet. Übrigens: Obschon heute oftmals etwas verkannt, lohnt es sich immer wieder, diese einst erste Schweizer Rotwein-Assemblage von renommierten Walliser Weinbauern zu verkosten – freudvolle Entdeckungen sind garantiert! Um die leichte Rosafarbe des Dôle blanche zu bekommen, wird das Traubengut kurz auf der Maische belassen. Gärung und Ausbau erfolgen dann im Edelstahltank. Ich vermute allerdings, dass der Saft nicht voll vergoren wird; es soll ja ein feiner Restzucker bleiben, der für die «Frauenfreude» charakteristisch ist.
Als kulinarischen Begleiter sehe ich diesen Wein vorwiegend für asiatische Gerichte, welche mit einer gewissen Schärfe und vielfältiger Gewürzpalette gefallen. Dann würde ich ihn eher mit 12 Grad servieren. Etwas kühler aber, wenn er einfach ein Fussballspiel beim nachbarschaftlichen Public Viewing begleiten soll.
Hans Gurtner
Dipl. Weinsommelier GastroSuisse
Weinberatungen und Lerndegustationen für Firmen und Gastronomie. Für Private bringt er Ordnung in den Weinkeller oder räumt diesen.
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Philippe Ritschard und Team
Aarmühlestrasse 17, Interlaken
033 822 45 45