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«Weird Girls» – Buchtipp von Emilia Schaerer

Es waren einmal vier Freundinnen und dann waren es nur noch drei. Der Roman von Gráinne O'Hare aus dem KiWi Verlag hat Emilia Schaerer berührt. Obwohl, oder gerade weil er ohne reisserische Spannungsbögen auskommt. 

| Emilia Schaerer, Buchhandlung Haupt | Kultur
Emilia Schaerer.
Emilia Schaerer.

Maggie, Harley, Ròise und Lydia wohnen in einer heruntergekommenen, aber heimeligen WG zusammen. Die drei Ende 20-Jährigen kennen sich schon lange, und doch ist es nun nicht mehr dasselbe, wie früher.

Nach einem Streit zwischen Lydia und Ròise stirbt Lydia unverhofft und lässt die drei Freundinnen allein zurück. Doch das Leben geht weiter. Die Uhr tickt trotz der Wut und die Erde dreht trotz der Tränen ihre Runden. Das Zimmer, das jetzt leer steht, die Zahnbürste, die nun nicht mehr benutzt wird, alles erinnert an eine verlorene Freundin, vor der man sich weder verabschieden noch mit ihr versöhnen konnte.
Die Wochenenden werden mit Partys, Alkohol und Drogen gefüllt und betäubt. Alle drei gehen einen anderen Weg, um die Lücke zu füllen, die Lydia hinterlassen hat. Der Schmerz ist allgegenwärtig, aber Sie alle finden Ihre Art, mit dem Verlust umzugehen und die Freundschaft zueinander aufrechtzuerhalten. Die Freundinnen sind keine fehlerlosen Musterbeispiele, nein, sie leisten sich immer und immer wieder Fehltritte. Sie sind verletzt, laut, traurig und widersprüchlich.

Und auch für die Leser*innen ist Lydia nicht einfach weg. Durch Rückblenden und Monologe lässt die Autorin Lydia genauso lebendig erscheinen, wie die anderen Freundinnen. Lydia ist immer noch eine Mitbewohnerin der WG und vielleicht ist genau das das Problem. Es geht nicht ums Vergessen, sondern ums Loslassen.

«Weird Girls» von Gráinne O'Hare aus dem KiWi Verlag ist mir durch das wild gemusterte Cover sofort ins Auge gestochen und hat das Versprechen, das das Cover aussandte, gehalten. Es ist keine Coming-of-Age Geschichte, es ist eine Geschichte über drei erwachsene Frauen, die trotz eines grossen Verlusts lernen müssen, ihren Weg zu gehen. Es ist kein reisserischer Roman mit extremen Spannungsbögen, aber das Buch zeigt viel Zwischenmenschliches.

Die Autorin schafft es durch ihren Schreibstil, eine Leichtigkeit in das Buch zu bringen, die hilft, trotz des schweren Themas weiterzulesen.


 

Buchtipp von Emilia Schaerer, Haupt Buchhandlung

Gráinne O'Hare, «Weird Girls»
Kiepenheuer & Witsch 
9783462013276

 


 

Der Beitrag wird präsentiert von 

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