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Weintipp August: Barbera d’Alba DOC, Vigna Serraboella 2022, Az. Agr. Cigliuti

Das Belper Traditions-Weinhaus Wyhus Belp feiert sein 50-jähriges Bestehen mit einer grossen Degustation italienischer Spitzenweine. Im Mittelpunkt steht unter anderem ein erstklassiger Barbera der Familie Cigliuti aus dem Piemont.

| Hans Gurtner | Kultur
Hans Gurtner
Hans Gurtner

 


Barbera d’Alba DOC
Vigna Serraboella 2022, Az. Agr. Cigliuti

Wyhus Belp
Preis: 26.90 Franken

 

Barbera mit Grösse und Finesse

Was für den Barbera gilt, gilt auch für das Belper Traditions-Weinhaus, welches dieses Jahr sein 50-Jahr-Jubiläum feiert. Mit einer grossartigen Degustation italienischer Weine, dargereicht von den Winzern selbst, wird am 3. und 4. September der Ort zur Piazza del Vino. Im Piemont steht der Barbera oft etwas im Schatten des berühmten Nebbiolo, aus dem Barolo und Barbaresco entstehen. Dabei kann auch er Weine von beachtlicher Tiefe und Eigenständigkeit hervorbringen. Ein überzeugendes Beispiel dafür ist der genannte Barbera der Familie Cigliuti aus Neive.

Die Geschichte des kleinen Familienbetriebs ist eng mit Renato Cigliuti verbunden. In einer Zeit, als viele Weinbauern ihre Trauben oder den Wein noch offen verkauften, setzte er konsequent auf Qualität und füllte 1964 erstmals unter eigenem Namen ab. Schon früh hat das Wyhus Belp die Weine der Familie direktimportiert. Heute wird das Weingut in fünfter Generation von den Töchtern Claudia und Silvia geführt. Bewirtschaftet werden lediglich rund achteinhalb Hektar – mit viel Handarbeit und auf schonend natürliche Art.

Serraboella liegt östlich von Neive und zählt zu den angesehensten Lagen des Barbaresco-Gebiets. Die Reben wachsen auf etwa 350 Metern Höhe. Während die kalkreicheren Partien vor allem dem Nebbiolo vorbehalten sind, fühlt sich der Barbera in den tonreicheren Böden besonders wohl. Diese speichern Wasser und begünstigen kraftvolle, konzentrierte Weine. Nach der Gärung reift der Wein während 18 Monaten teils in grossen Fässern aus slowenischer Eiche, teils in gebrauchten Tonneaux. Das Holz begleitet den Wein, ohne ihn geschmacklich zu beherrschen.

Im Glas zeigt der Jahrgang 2022 ein dunkles Rubin mit leicht violetten Reflexen. Das mittelintensive, vielschichtige Bouquet erinnert an sehr reife dunkle Beeren. Dazu kommen feine Holznoten und erste Anflüge tertiärer Aromen, die auf eine beginnende Entwicklung hinweisen. 
Am Gaumen beeindruckt der Wein durch seine perfekte Balance. Er ist saftig und körperreich. Seine stattlichen 15,5 Volumenprozent Alkohol sind zwar spürbar, wirken aber keineswegs erschlagend. Vielmehr werden Kraft und Wärme von Frische und Finesse aufgefangen – ein klares Zeichen hoher Qualität. Der Abgang ist lang, warm und nachhaltig.
Das ist kein unkomplizierter Barbera für nebenbei, sondern ein charaktervoller Wein für den gedeckten Tisch: ausgezeichnet etwa zu geschmortem Rindfleisch.


Hans Gurtner
Dipl. Weinsommelier GastroSuisse

Weinberatungen und Lerndegustationen für Firmen und Gastronomie. Für Private bringt er Ordnung in den Weinkeller oder räumt diesen.

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.


 

Pia Vontobel, Leiterin Vinothek, und das Team
Sägetstrasse 33, 3123 Belp
031 810 41 40, www.wyhusbelp.ch


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