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AOC Lavaux
St-Saphorin, 2025
Weinkellerei Riem, Daepp & Co., Kiesen
Preis: 14.80 Franken
Des Schweizers DNA
An der Berner Weinmesse (9. bis 18. Oktober) wird die Weinkellerei Riem, Daepp & Co. mit zwei Schwerpunkten vertreten sein: mit Weinen aus der Toskana und mit Waadtländer Weissweinen, die das kantonale Qualitätssiegel Terravin tragen. Auf dieses Label kann sich der Konsument verlassen. Es garantiert, dass der jeweilige Wein eine von Experten vorgenommene Prüfung anhand von 25 Kriterien bestanden hat. Nur acht Prozent der Waadtländer Weinproduktion erhalten diese Auszeichnung. Herbert Riem, der Geschäftsführer der gleichnamigen Weinkellerei und selbst grosser Weinkenner, ist stolz auf seine sechs mit dem Terravin-Label ausgezeichneten Weine. Deshalb präsentiert er sie an der diesjährigen Berner Weinmesse.
Mir zeigt er den abgebildeten St-Saphorin des Jahrgangs 2025. Ein reiner Chasselas, ein eleganter Weisswein. Chasselas ist kein Wein der lauten Töne. Die im deutschsprachigen Raum auch als Gutedel bekannte Sorte lebt nicht von üppiger Frucht oder exotischer Aromatik, sondern von Zurückhaltung, feinen Nuancen und ihrer Fähigkeit, die Herkunft widerzuspiegeln. Gerade im Lavaux, in den steilen Terrassen über dem Genfersee, entstehen daraus besonders charaktervolle Weine.
Dieser St-Saphorin zeigt sich eher leicht und subtil. Milde Noten von Apfel, Birne und Zitrusfrüchten verbinden sich mit einem zarten floralen Duft, der an Lindenblüten erinnert. Besonders prägend ist der mineralische Eindruck – jene steinige, leicht salzige Note, die man gerne mit den kalk- und molassehaltigen Böden des Lavaux in Verbindung bringt.
Am Gaumen ist der Wein trocken, harmonisch und von sanfter Säure getragen. Er wirkt weder kantig noch belanglos, sondern angenehm zugänglich und besitzt einen schönen Trinkfluss. Erfreulich ist auch, dass er nicht jene breite, bisweilen etwas schwerfällige Art zeigt, die Weissweine nach einem ausgeprägten biologischen Säureabbau annehmen können. Vielmehr bewahrt er Frische, Klarheit und eine gewisse Leichtigkeit.
Häufig trinkt man Weisswein zu kalt. Dieser St-Saphorin schmeckt am besten, wenn er bei etwa 10 bis 12 Grad ausgeschenkt wird. Und wenn der Wein in der angebrochenen Flasche noch eine halbe Stunde atmen darf, tut ihm das gut. Klar, dieser Waadtländer ist prädestiniert als Apérowein. Schliesslich gehört ein Schweizer Chasselas zu jedem Anlass, was inzwischen auch das VBS gemerkt hat – denn Chasselas sei des Schweizers DNA, wie Herbert Riem treffend festhält. Die Kombination mit Raclette oder Fondue ist bekannt. Versuchen Sie es auch einmal mit gebratenen Felchen. Ä Guete.
Hans Gurtner
Dipl. Weinsommelier GastroSuisse
Weinberatungen und Lerndegustationen für Firmen und Gastronomie. Für Private bringt er Ordnung in den Weinkeller oder räumt diesen.
Kontakt:

Weinkellerei Riem, Daepp & Co. AG
Professoreistrasse 8, Kiesen
031 781 26 26,
www.riemdaepp.ch







