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Tücken der US-Justiz

Anna Christen von der Buchhandlung Klamauk mag Krimis. In dieser Kolumne stellt sie «Seven Days» von Steve Cavanagh vor. 

| Anna Christen | Kultur
Anna Christen
Anna Christen liebt die Spannung. Foto: Nik Egger

Der Bezirksstaatsanwalt Randal Korn ist besessen von der Todesstrafe und ganz besonders vom Leid anderer Menschen. Um jemanden auf den elektrischen Stuhl – die Yellow Mama – zu bringen, ist ihm beinahe jedes Mittel recht. Der Anwalt und ehemalige Trickbetrüger Eddie Flynn wird vom undurchsichtigen Alexander Berlin zu Hilfe gerufen, als dem jungen Afroamerikaner Andy Dubois in Alabama von Korn der Prozess gemacht werden soll. Berlin ist sicher, dass Andy unschuldig ist und zu Korns nächstem Opfer werden könnte, dafür spricht auch die erschreckende Todesstatistik des Bezirksstaatsanwalts. 

Eddie begibt sich auf den Weg in die Südstaaten und sieht sich einer etwas anderen Realität gegenüber, als er sie aus New York gewohnt ist – die Segregation ist noch immer real, der Geist des Ku-Klux-Klans weht um jede Ecke. Schnell merkt Eddie, dass in Alabama die Uhren anders ticken und er mit dem Recht alleine nicht gewinnen wird. Zum Glück wird Eddie auch in diesem Fall von seinem Team unterstützt, gemeinsam suchen sie nach der Nadel im Heuhaufen, die den Verlauf des Prozesses noch verändern könnte. Ein Wettlauf gegen die Zeit, zur Rettung von Andys Leben, beginnt, und dafür bleiben nur sieben Tage. 

Der Autor Steve Cavanagh stammt aus Belfast, wo er sich nach seinem Jura­studium in Dublin als Bürgerrechtsanwalt einen Namen gemacht hat. In seinen Thrillern  zeigt er gekonnt die Tücken des US-amerikanischen Justizsystems auf, äussert sich gesellschaftskritisch und setzt die fiktiven Fälle in einen realen Kontext. Durch das Fachwissen des Autors sind die geschilderten Gerichtsprozesse authentisch und lehrreich. Cavanaghs Krimis sind rasant, intelligent und ­echte Pageturner.

Steve Cavanagh: «Seven Days», 9783442494019, Goldmann, 2024

Buchhandlung Klamauk

klamauk.be


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