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Kafkas fiktives Amerika


Das Literaturlabor begleitet leidenschaftliche Leserinnen und Leser im Bibliotheksraum des Robert-Walser-Zentrums bei der Entdeckung nicht alltäglicher Romane. Der nächste Kurs widmet sich Franz Kafkas «Der Verschollene».

| Marianne Wille | Kultur
Marianne Wille
Marianne Wille Foto: David Fürst


Im September 1912, wenige Wochen nachdem er seine spätere Verlobte Felice Bauer kennengelernt hatte, geriet Franz Kafka in einen produktiven Rausch: In wenigen Monaten entstanden «Das Urteil», sieben Kapitel von «Der Verschollene» sowie «Die Verwandlung», trotz seiner beruflichen Verpflichtungen und der exzessiven Korrespondenz mit Felice (mit bis zu drei Briefen täglich). In «Der Verschollene» (erst Max Brod gab dem Romanfragment den Titel «Amerika», als er es 1927, drei Jahre nach Kafkas Tod, herausgab) wird die Geschichte des 16-jährigen Karl Rossmann erzählt, der von seinen Eltern nach Amerika geschickt wird, weil er ein Dienstmädchen geschwängert hat. Dort versucht er, den grosser Gerechtigkeitssinn, aber auch Naivität auszeichnen, sich in einer fremden und teilweise feindlichen Umwelt zu behaupten. Er gerät in ein «System von Abhängigkeiten», wie Kafka den Kapitalismus treffend genannt hat.
«Der Verschollene» ist der erste und gleichzeitig unbekannteste Roman von Franz Kafka. Arbeit und Verkehr, dieser pulsierende Fluss von unverlöschlicher Energie, repräsentieren im Roman die zentralen Elemente des amerikanischen Stadtlebens. Die Welten von Kontor und Hotel sind anonymisiert, streng hierarchisch und menschenverachtend. Der Roman ist oft tragisch­komisch und enthält Szenen, die zeigen, dass sich Kafka in seinem Schreiben durch seine häufigen Kinobesuche inspirieren liess.

Kursbeginn ab 14. Oktober. Anmeldung bist 10. Oktober unter: literaturlabor.com


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