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Weintipp Mai: Cava Brut Rosado Dioro Baco, Bodegas Escudero, Rioja, und Œeil de Perdrix, Tartegnin, La Côte, VD
Hans Gurtner emfpiehlt zwei Roséweine, die ihre Basis auf Pinot Noir haben und die weder von Weinkennern noch von Laiengeniessern übergangen werden sollten. Die beiden und weitere 12 Roséweine sind bei Riem, Daepp & Co. am Roséfestival (9./10.6. in Kiesen) zu entdecken.

Cava Brut Rosado Dioro Baco, Bodegas Escudero, Rioja
Œeil de Perdrix, Tartegnin, La Côte, VD
Weinkellerei Riem, Daepp & Co., Kiesen
Preis je 13.05 Franken
Roséfestival, 9. und 10. Juni in Kiesen (Degustation und Kulinarik)
Rosé hat ein Imageproblem. Kaum ein Wein wird so selten ernst genommen. Rosé ist das Ding dazwischen, stilistisch schwierig einzuordnen, also weder Fisch noch Vogel. Auch die häufig industrielle Massenproduktion hat das Urteil von technisch simplen, aromatisch eindimensionalen Weinen verstärkt. Weiter fehlen die Ikonen im kollektiven Wein-kenner-Gedächtnis wie beispielsweise Barolo, Bordeaux, Ribera del Duero bei den Rotweinen. Ja, Rosé gilt als «gäbiger» Grill- und Terrassenwein, nicht als gehobener Essensbegleiter. Aber Hand aufs Herz – es braucht doch nicht immer der schwere, körper- und alkoholreiche Rotwein zu sein. Das Leben macht Freude mit seiner Leichtigkeit und Verspieltheit; die Weltlage ist doch schon ernst und schwierig genug. Roséwein ist Ausdruck von Unbeschwertheit. Also begegnen wir dieser rosa Weinwelt, die sich in erstaunlicher Vielfalt offenbart, mit Offenheit und Neugierde.
Die grossartige Chance, die weite Palette der Roséweine zu verkosten, bietet die Weinkellerei Riem, Daepp & Co. am Festival in Kiesen. 14 Kredenzen gibt es zu entdecken. Zwei davon, ausgewählt vom Geschäftsführer und Weinfachmann Herbert Riem, seien hier vorgestellt. Beide haben ihre Basis auf Pinot Noir.
Der Cava kommt aus dem grossartigen Weingut Escudero in der Rioja Oriental. Die Perlage erzeugt Struktur und Spannung; so kommt Frische ins Glas. Es ist kein primärfruchtiger Blender, sondern überzeugt mit Pinot-Eleganz und ganz feinen Hefenoten aus der zweijährigen Flaschengärung. Die Präsenz im Mund hält lang an. Das ist ein vielseitiger Begleiter – beim klassischen Apéro, aber auch zu Vorspeisen und Fisch. Ein solch hochwertiger Schaumwein für rund 13 Franken ist ein Schnäppchen.
Ganz anders gemacht ist der Œeil de Perdrix aus der Waadt. Dieser Rosé hat eine Restsüsse von 20 g/Liter. Sie gibt ihm seine Süffigkeit, ohne aufdringlich zu wirken. Ein zartes fruchtig-florales Bouquet und ein runder Körper machen ihn zum unkomplizierten Begleiter geselliger Runden. Ohne kategorisieren zu wollen, erlaube ich mir die Annahme, dass dieser Rosé insbesondere bei jungen Leuten und Frauen sehr gut ankommt. Œeil de Perdrix kennt man auch trocken und gradlinig, mit klarer Pinot-Handschrift – so beim Rosé du Château d’Auvernier. Zum Vergleich kann man am Roséfestival beide nebeneinanderstellen. Denn die Qualität von Rosé zeigt sich nicht in der Farbe, sondern im Anspruch des Produzenten.
Hans Gurtner
Dipl. Weinsommelier GastroSuisse
Weinberatungen und Lerndegustationen für Firmen und Gastronomie. Für Private bringt er Ordnung in den Weinkeller oder räumt diesen.
Kontakt:

Weinkellerei Riem, Daepp & Co. AG
Professoreistrasse 8, Kiesen
031 781 26 26,
www.riemdaepp.ch









